Windlastermittlung

Die horizontale Windlast auf vertikale Tragelemente kann nach verschiedenen nationalen Normen berechnet oder frei eingegeben werden. In den folgenden Abschnitten ist eine Berechnung nach den zulässigen Verfahren der aktuellen DIN 1055-4:2005-03 exemplarisch dargestellt. Wählen Sie daher zunächst unter der Rubrik „Land“ die Option „Deutschland (DIN 1055 Teil 4 und TRLV)“ aus.

Vereinfachtes Verfahren nach DIN 1055-4

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Unter Berechnungsmethode legen Sie die Option Vereinfachtes Verfahren fest. Dieses Verfahren darf im Allgemeinen für Gebäude mit einer Höhe von weniger als 25 m über Grund verwendet werden. Geben Sie weiterhin Abmessungen des quaderförmigen Gebäudes an, also die Gebäudehöhe h, die Gebäudebreite b, die Gebäudetiefe d und den Bauwerkstandort über NN (Meereshöhe) an. Zuletzt müssen Sie noch die Windzone und die Geländekategorie (Binnenland oder Küste) bestimmen, die für Ihr Objekt anzuwenden ist. Im Zweifelsfall können die ungünstigeren Werte angenommen werden, also Küste statt Binnenland.

Höhenabhängiger Böengeschwindigkeitsdruck nach DIN 1055-4

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Die zweite Berechnungsmethode der DIN 1055-4:2005-03 ist die Ermittlung des höhenabhängigen Böengeschwindigkeitsdrucks im Regelfall. Sie wird hauptsächlich für Gebäude angewendet, die sich höher als 25 m über Grund erstrecken. Die Auswahl der Windzone erfolgt hier entweder direkt oder durch Festlegung des Ortes. Für letztere Alternative legt LogiKal® automatisch die zugehörige Windzone fest. Bei den Geländekategorien stehen neben den beiden Mischprofilen Küste und Binnenland jetzt auch noch vier weitere Kategorien zur Verfügung. Auch hier gilt: Im Zweifelsfall ist die ungünstigere Geländekategorie zu wählen. Die Eingabe der Gebäudeparameter ist identisch zum vereinfachten Verfahren.

Direkte Eingabe einer höhenabhängigen Windlast

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Alternativ zur Berechnung nach DIN 1055-4:2005-03 kann eine höhenabhängige Windlast auch direkt eingegeben werden. Wählen Sie statt Land Direkte Eingabe und klicken Sie danach auf den Schalter Hinzufügen. An dieser Stelle ist zu beachten, dass hierbei bereits die endgültige Flächenlast eingegeben werden muss, die auf das Gebäude wirkt, und nicht der Geschwindigkeitsdruck, der noch mit aerodynamischen Beiwerten multipliziert wird. Winddruck hat ein positives Vorzeichen, Windsog ein negatives. Die Last wird über die Gebäudebreite und -tiefe als konstant angenommen, d.h. unterschiedliche Belastungen durch erhöhte Sogwerte im Randbereich werden so nicht erfasst.

Grenzwerte

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Die Grenzwerte, die für die Bemessung von Stäben und Gläsern eingehalten werden sollen, werden auf der Karteikarte Grenzwerte definiert. Für Stäbe können nur Durchbiegungsbegrenzungen definiert werden, für Gläser zusätzlich auch Spannungsbegrenzungen.

Durchbiegungsbegrenzungen

Die Durchbiegungen von Stäben und Gläsern werden in Deutschland nicht durch DIN-Normen, bauaufsichtliche Zulassungen oder Anwendungsrichtlinien geregelt. Meistens wird dieser so genannte Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit durch die Vorgaben der Glashersteller definiert. Hierzu muss der Benutzer die Werte beim Glasproduzenten erfragen und dann eintragen. Vielfach verwendete Werte sind hierfür 8 mm bzw. L/300. Neben dem Glas kann auch die maximale Durchbiegung der Stabfelder getrennt nach Pfosten und Riegel festgelegt werden. Die am häufigsten vorkommenden Grenzwerte werden bereits vorgeschlagen. Diese können aber jederzeit individuell angepasst werden.

Spannungsbegrenzungen

Im unteren Teil der Eingabemaske werden die maximal zulässigen Spannungen für verschiedene Glastypen definiert. Angezeigt werden hier automatisch die Werte, die in den Technischen Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen, kurz TRLV, festgelegt sind. Lediglich die Werte für Gläser aus teilvorgespanntem Glas (TVG) sind editierbar, da diese durch bauaufsichtliche Zulassungen geregelt werden. Die gängigen maximal zulässigen Spannungen von TVG werden bereits vorgeschlagen.

Einheiten

Die im Programm und auf den Ausdrucken angezeigten Einheiten für den Winddruck und die Spannungen können beliebig festgelegt werden. Neben [kN/m²] bzw. [N/mm²] stehen auch die Alternativeinheiten [N/m²], [Pa], [kPa] und [MPa] zur Verfügung.

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