Glasstatik

Wenn Sie im Hauptmenü des Statikmoduls den Schalter Glasstatik klicken, gelangen Sie in die Eingabemaske der entsprechenden Funktion. Nachdem Sie die Position der Glasscheibe im Gebäude festgelegt haben, zeigt Ihnen das Programm bereits die entsprechenden Winddruck- und Windsoglasten an. Geben Sie danach die Abmessungen der Scheibe an und wählen Sie Glasart, Scheibenstärke und ggf. Scheibenzwischenraum. Auf der rechten Seite der Maske können Sie unter Berechnungsergebnis prüfen, ob Ihre Glaskonfiguration die von Ihnen festgelegten Grenzwerte einhält. Nachfolgend sind Beispiele für verschiedene Gläser dargestellt.

Wichtiger Hinweis:
Einige Benutzer des Glasstatikmoduls zeigen sich überrascht, dass LogiKal® eine Überschreitung der Durchbiegung bei Glasscheiben meldet, die ihrer Meinung nach statisch ausreichend sein sollten. Hierzu ist folgendes anzumerken:

In den Technischen Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen (TRLV) ist kein Durchbiegungsgrenzwert für Vertikalverglasungen definiert. Dort sind lediglich Spannungsgrenzwerte zu finden. Allerdings müssen für Isoliergläser auch klimatische Einwirkungen berücksichtigt werden, die unter Umständen ein Vielfaches der Einwirkungen aus Wind betragen können!

In den meisten praktisch vorkommenden Fällen ist die Durchbiegung die maßgebende Bemessungsgröße. LogiKal® schlägt allerdings zunächst keine Durchbiegungsbegrenzungen für das Glasfeld vor. Der Benutzer kann aber gängige Grenzwerte wie z.B. 8mm oder L/300 selbst setzen, im Einzelfall sind aber die konkreten Werte grundsätzlich beim Glashersteller zu erfragen.

Beispiel: Eine 1000x1000mm große Glasscheibe hat demnach eine maximal zulässige Durchbiegung von 1000/300 = 3,3 mm. Eine vorhandene Durchbiegung von z.B. 3,63 mm führt damit bereits zu einer Überschreitung des Grenzwertes von 10 %, obwohl die Marke von 8mm erst zu 45 % erreicht ist. Es ist daher zu prüfen, ob Sie beide Grenzwerte einhalten müssen, oder ob z.B. die 8 mm ausreichend sind. In diesem Fall können Sie die „Maximale Durchbiegung / Länge der Glaskante“ auf „unbegrenzt“ zurücksetzen.

Bei dem geführten Nachweis handelt es sich außerdem um einen so genannten Gebrauchstauglichkeitsnachweis. D.h. die Einhaltung der Grenzwerte gewährleistet, dass die berechnete Glasscheibe z.B. hinsichtlich Dichtigkeit und Festigkeit voll funktionstüchtig ist. In der Praxis bedeutet dies, dass selbst wenn die Gebrauchstauglichkeit nicht mehr gegeben ist, die maximale Tragfähigkeit in der Regel noch lange nicht erreicht ist.

Wenn also das Statikmodul eine zu hohe Glasdurchbiegung meldet, muss das daher nicht gleich bedeuten, dass das Glas so nicht verwendet werden kann. Sie sollten jedoch in diesem Fall unbedingt Ihren Glashersteller konsultieren.

Einfachverglasung

Monolithische Gläser

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Verbundgläser

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Isolierverglasung

Monolithische Gläser

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Verbundgläser

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Glaseingabe

In der Glaseingabemaske gibt Ihnen LogiKal® direkt an, welche Gläser die Grenzwerte einhalten und welche nicht. Voraussetzung ist allerdings, dass dem gewählten Glas auch eine Glasart zugeordnet wurde.

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Die beiden nachfolgenden Abbildungen zeigen, wo Sie die Glasart für Isoliergläser („Eigene Datenbank“ -> „Füllungen“ -> „Isoliergläser“) und Objektgläser festlegen.

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Es ist in der Regel einfacher, zunächst ein Glas im unabhängigen Statikmodul einzugeben und dort eine statisch ausreichende Glaskonfiguration (Glasart, Scheibendicke, Scheibenzwischenraum) zu finden. Danach können Sie dieses Glas entweder als Isolierglas oder Einfachglas in die Eigene Datenbank eingeben oder als Objektglas während der Elementeingabe anlegen.